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Auszug aus der Veröffentlichung der Loseblattsammlung des vorm. Lehrstuhls für
Wassergütewirtschaft + Gesundheitsingenieurwesen Prof. Dr.-Ing Bischofsberger

>> Enteisenung

4.6.2.2 Enteisenung
Wasser mit einem Gehalt über 0,1 mg/l Eisen muß enteisent werden, da es für Wirtschaftszwecke ungeeignet ist, z.B. für Molkereien, Brauereien, Wäschereien (Rostflecke!), Färbereien, Papierfabriken und andere Gewerbebetriebe. Eisen kann im Wasser vorkommen als:

a)Eisen-(II)-Hydrogencarbonat (Grund- und Oberflächenwasser)
b)Eisen-(II)-Sulfat (im Grundwasser)
d)organisch gebundenes Eisen (in Oberflächen- und Moorwässern oft an Huminsäure gebunden und als Kolloid vorliegend).

Meist liegt das Eisen in echt gelöster Form vor, wobei das aufzubereitende Wasser klar und farblos ist. Das im Wasser enthaltene Eisen in zweiwertiger Form (Fe 2+ ) wird bei Sauerstoffzufuhr in eine unlösliche Verbindung (Fe 3+-hydroxiden bzw. -oxihydraten) gebracht, so daß es unter Flockenbildung ausscheidet und dann über Filter abgeschieden werden kann. In den meisten Fällen genügt für die notwendige Sauerstoffzufuhr eine intensive Belüftung des Wassers und zwar bei offenen Anlagen durch Verdüsung, Kaskadenbelüftung, Rieselung oder in geschlossenen Anlagen durch Lufteinpressung mit Kompressoren. Organisch gebundenes Eisen (huminsaure Wässer) bedarf fast immer des Zusatzes von Oxidationsmitteln wie Chlor, Kaliumpermanganat, Ozon, zur Deckung des Sauerstoffbedarfs und des Zusatzes von Fällungsmitteln wie Aluminiumsulfat und Eisenchlorid zur Beschleunigung der Flockenbildung. Zweckmäßig ist hier die Anordnung eines Reaktionsbehälters beziehungsweise Flockungsbeckens (Flockulator), ebenso bei einem Fe-Gehalt , 4 mg/l. Die Entfernung der Flocken geschieht durch offene oder geschlossene Schnellfilter. Bei der Enteisenung fällt Schlamm aus dem Reaktions- bzw. Flockungsbecken und aus dem Rückspülwasser der Schnellfilter an, für den ein geeignetes Verfahren zur Schlammbehandlung zu wählen ist. Noch nicht stand der Technik ist die biologische Verfahrenstechnik der unterirdischen Enteisenung des Grundwassers im Aquifer.

 

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>> Entmanganung

4.6.2.3 Entmanganung
Mangan stört im Rohrnetz durch Inkrustationen und beim Nutzer besonders durch Verfärbungen. Es tritt im Grundwasser vor allem bei Uferfiltraten meist gemeinsam mit Eisen auf, so daß die Entmanganung mit der Enteisenung verbunden wird. Die Entmanganung bereitet größere Schwierigkeiten als die Enteisenung, da schwer lösliche Verbindungen erst bei höheren pH-Werten bzw. höheren Oxidationspotentialen entstehen. Am günstigsten ist die Entmanganung im stark alkalischen Bereich bei pH-Werten um 8,5. Die Entmanganung erfolgt chemisch-mechanisch durch Oxidation und Kontaktwirkung, gelegentlich auch durch biologische Verfahren. Wichtig ist, daß die Entmanganung nach der Entsäuerung, also im Zustand des Kalk-Kohlensäure-Gleichgewichts erfolgt, da sonst die Wirkung stark abgeschwächt wird. Gelegentlich kann die Wirkung der Entmanganung nachlassen, obwohl der zur Oxidation im Wasser enthaltene Sauerstoff ausreichen müßte, so daß dann sauerstoffgebende Mittel wie Kaliumpermanganat, Ozon, zugesetzt werden müssen. Die Verfahren zur Entmanganung ähneln denen der Enteisenung.

in einfachen Fällen wird das manganhaltige Wasser in offenen Anlagen durch Rieseln, Verdüsen, verregnen oder in geschlossenen Anlagen durch Einpressen von Luft belüftet. Nach Mutschmann/Stimmelmayr sind für die Oxidation von 1 mg/l Mangan etwa 2 l Luft je m³ Wasser erforderlich. Nach der Belüftung wird das Mangan in Schnellfiltern entfernt. Meist werden geschlossene Anlagen gewählt, da sonst die Filterflächen zu groß werden. Die Entmanganung benötigt eine Kontaktwirkung. Das Entmanganungsfilter muß daher zuerst eingearbeitet werden; zu diesem Zweck wird etwa 20 % eingearbeiteter, manganhaltiger Filterkies eingebracht. Bei dem Einarbeiten wird mit geringen Filtergeschwindigkeiten unter 5 m/h begonnen und erst allmählich gesteigert. Als Filtermaterial wird neben dem eingearbeiteten Kies Quarzsand in einer Schütthöhe von 1 - 1,5 m Höhe verwendet. Die Rückspülung muß sehr vorsichtig durchgeführt werden, damit die eingearbeitete Filterschicht nicht zu weit entfernt wird. Bei zweistufiger Aufbereitung mit Enteisenung und Entmanganung im gleichen Druckkessel hintereinander, muß die Rohrinstallation so gelegt werden, daß jeder Filter für sich spülbar ist.

 
   
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